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Just awesome?!

Tauchen (und so)

Heute habe ich mal wieder seit langem einen Freizeit-Tauchgang in unserer heimischen Gewässern gemacht. Folgende Erkenntnisse:

Es war (leider) bewölkt.
Dank Tauschüler auch unter Wasser schlechte Sicht.
Es war kalt.
Es war ein großer Materialaufwand.
Es war trotzdem gut.

Aber irgendwie würde mich das hier schon mehr reizen:

Going Down in Koh Tao

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Da ich die meisten meiner Tauchgänge eher im kalten dunklen Süsswasser durchgeführt habe ist das Tauchen im dreißig Grad warmen Wasser eher nicht so die Herausforderung. Die Art und Weise wie diese Tauchgänge durchgeführt werden befremdet dann doch etwas: Zum Checking unterschreibe ich erstmal 4 DIN A-4 Seiten mit vermutlich rechtlich einwandfreien Ausschlussklauseln und Gesundheitsbekundungen von PADI. Ich weiß es einfach nicht – vermutlich lesen sich nicht einmal Anwälte diesen Schriftsatz durch. Danach entscheide ich mich für den Tauchgang am morgen [Die Tauschschule hat ihre Bootsauslastung optimiert. Es gibt zwei Tauchgänge am morgen um 7:00 - 11:30 Uhr und zwei am Nachmittag von 13:00 - 17:00 Uhr. Wer will könnte dann noch einen fünften Nachttauchgang am Abend machen]. Treffpunkt zur Entgegennahme der Ausrüstung ist um 6:30 Uhr. 6:30 Uhr!!! Urlaub habe ich mir irgendwie anders vorgestellt. Das geplante Zeitfenster von 15 Minuten unterschreite ich dann geringfügig. Ich erhalte ein Jacket, welches optisch zwar wunderbar aussieht, technisch leider geringfügige Mängel aufweist. Am unteren Luftablass ist die Schnur abgerisssen, so dass dieser funktionsuntüchtig ist, am Inflatoranschluss ist der Kabelbinder so geschickt angebracht, dass man sich mit den Händen daran aufreissen kann und der Klettverschluss zur Befestigung des Inflatorschlauchs funktionierte auch nicht weil die eine Seite abgerissen war. Wenigstens war das Jacket dicht. Zur persönlichen Ausrüstung jedes einzelnen gehörte also das Jacket, ein Paar Flossen, eine Maske (ich hatte meine eigene dabei) und das wars dann eigentlich schon. Den Anzug konnte man sich jeden Tag “frisch” vom Bügel nehmen – über die Hygiene machte ich mir einfach keine Gedanken…

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Mit einem kleinen Motorboot ging es dann direkt vom Strand zum eigentlichen Tauchboot welches ca. 150 Meter entfernt vom Stand ankerte. Das Briefing enthielt die notwendigsten Angaben zum Tauchgang: Wo finde ich die Toiletten, wo ist der Personalbereich und Zutritt verboten und wo darf geraucht werden. Letztere Information ist offensichtlich die relevanteste – schließlich waren nichtrauchende Tauschschulenmitarbeiter die Ausnahme [Die Erfindung einer UW-Zigarette hätte hier wohl ein Riesen-Potential]. Auch die Gäste qualmten dank der Vorbildfunktion des Personals munter vor und nach den Tauchgängen – schließlich ist Tauchen ja “FUN”. Dies hatte sich eine Dame wohl besonders hinter die Ohren geschrieben: “Let’s go diving! Yeaaaaahhhh!”. Entweder sie nahm Drogen oder bekam pro Freudenausruf Bonuspunkte von PADI – man weiss es nicht. Damit auch wirklich jeder “FUN” hatte beim Tauchgang gab es dann für jeden eine Tablette gegen Seekrankheit mit den Worten “against sea-sickness”. Das muss bei der Gabe von Medikamenten eigentlich auch reichen. Eine kurze Recherche meinerseits ergab, dass darin der gleiche Wirkstoff vorhanden ist wie in Reisegold – welches eindeutig von Tauchmedizinern NICHT empfohlen wird. Aber hauptsache der “FUN” kommt nicht zu kurz. Im Briefing vermisste ich etwas die Sicherheitsaspekte – also sozusagen die essentiellen Fragen: “Wo finde ich Sauerstoff?”, “Wo sind Rettungsmittel?”, etc. Aber da ich “FUN”-Dives gemacht habem, waren wohl diese Extra-Informationen nicht im Paket enthalten. Vermutlich redet man darüber nur wenn man den Rescue-Diver-Kurs bucht. Der Buddy-Check fiel beim ersten Tauchgang aus Unachtsamkeit aus – am zweiten Tag wurde er mit Verweis auf die PADI-Standards penibel durchgeführt. Das kaputte Jacket wurde dabei aber nicht beanstandet.

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Die Tauchgänge waren angenehm – viele Fische, leider keinen Walhai. Die Unterwasserwelt gestaltet sich im Vergleich zu Ägypten deutlich farbkarger. Nichtsdestotrotz sind Tauchgänge bei 30 Grad Wassertemperatur einfach nur entspannend. So entspannend, dass ich auch gerne mal 3-4 Meter unter der restlichen Gruppe tauchte – welches der Divemaster stets durch eindeutige Zeichen zu korrigieren versuchte. Ich hatte immerhin einen gewissen Vorteil im Vergleich zu meinem Tauchkameraden: Einen Tauchcomputer. Es ist ja nicht so, dass dieser essentiell wäre, aber ohne jegliche Uhr zu tauchen, halte ich schon für sehr mutig. Damit ging der erste Tauchtag gegen 11:00 Uhr morgens zu Ende – immerhin genügend Zeit sich den restlichen Tag im Strandcafé zu vergnügen.
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Verkehr (1)

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Nicht nur, dass in Thailand links gefahren wird – nein auch die sonstigen Verkehre sind anders. Während ich also am Flughafen auf Frank und Yakup warte bewundere ich die seltsam anmutenten Paare die sich dort finden. Meistens das Schema: Alter schmieriger Sack und junge nicht ganz so schmierige Thai. Ich meine es geht auch anders, zum Beispiel 50 jähriger Männer (in der Midlife Crisis) mit atemberaubenden Schönheiten um die 20. That’s the game. Während ich also warte und mich schüttele erlange ich die Gewissheit, dass man mit Geld vermutlich doch alles bekommen kann – es kommt nur auf das richtige Land an.

“Nimm das Taxi an der Abflughalle, dann sparst du dir 50 Baht!”

Timos Hinweis war für mich als Schwaben eine Herausforderung. Erstmal mit den zwei Neuankömmlingen auf dem Flughafen auf die obere Ebene und dort spricht uns dann schon ein freundlicher Herr an (ich vermute je freundlicher sie sind, desto eher wollen sie dich bescheissen). Ich zeige ihm den Zettel wohin wir wollen und frage ihn ob er einen Taxometer hat. “Taxometer, yes yes”. 100 Meter später will er 600 Baht für die Fahrt (knapp 12 Euro). Das mag sich für deutsche Verhältnisse günstig anhören, für thailändische entspricht es ungefähr dem sechsfachen des Normalpreises. Also den Jungs gesagt, dass der Typ ein alter Beserker ist, umgedreht und wieder rein ins Gebäude rein nachdem sich kein richtiges Taxi mehr gezeigt hat. Auf dem untersten Stock dann wieder der Gang zu einem richtigen Taxi. Adresse gezeigt – Fahrer nickt. Koffer eingeladen. “500 Baht”. Ich sagte ja schon – Beserker. “Jungs raus aus dem Taxi und zurück zur richtigen Schlange – die rippen uns hier nicht ab. Komischerweise haben wir dann nichtmal die 50 Baht bezahlt – vielleicht sahen wir ja so symphatisch aus.

Als wir bei Timo und Gung ankamen stand das Essen schon auf dem Tisch (hervorragend!) Ich räume dann so ganz gemütlich meine Hosentaschen mit tausend Geldscheinen aus (kam mir wirklich wie ein kolumbianischer Drogendealer vor) und stelle mit Entsetzen fest, dass mir zwei essentielle Dinge fehlen. EC- und Visakarte. Alle Taschen gecheckt – und tatsächlich – beide nicht auffindbar. Glücklicherweise hatten wir (weil am offiziellen Taxistand) die Nummer des Fahrers der dann nochmal zurückkam. Und tatsächlich lagen die beiden Karten unter dem Sitz. Ich habe mich bei dem Fahrer mit 20 Baht (40 Cent) bedankt und mich freundlich verneigt. Problem solved.

Tauchlehrerfortbildung

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Nicht oft hat man die Gelegenheit eine Fortbildung bei den führenden Tauchmedizinern aus Deutschland zu besuchen. Folgende Erkenntnisse habe ich für mich dabei mitgenommen:

- Das Narkosegeheimnis des Stickstoffs ist weiterhin ungelöst
- Apnoe-Weltrekordler haben alle einen an der Waffel
- Deep-Stops sind prinzipiell gar nicht so toll wie man immer sagt (Merke: Differenziert betrachten!)
- RGBM-Rechenmodule beruhen auf Versuche mit Gasblasen und Gelatine
- Gemäßigter Sport vor und nach dem Tauchen wirkt sich positiv auf den Dekompressionsstress aus
- Viagra hilft (eventuell) ebenfalls vor dem Tauchen – genauso gut aber auch Vitamin C und E (vermutlich besser aufgrund der Nebenwirkungen)

Trockentauchgang 17.11.2007 Stuttgart

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Normalerweise tauche ich ja auch meistens trocken (solange der Anzug dicht hält) – aber das war eine ganz andere Erfahrung. Im Rahmen einer Tauchlehrerfortbildung fuhren wir mit der Druckkammer auf einen Umgebungsdruck von 6 bar (äquivalent einer Wassertiefe von 50 Meter). Folgende Auswirkungen hatte dieser Druck auf mich.

- Kurzes Gefühl der Benommenheit
- Atembeschwerden (durch hohen Atemwiderstand)
- dadurch bedingt leichtes Gefühl aufkommender Angst
- Wärme (bedingt durch 37.3°C in der Kammer)
- Rechenprobleme (1 von 15 Aufgaben)
- Gelassenheit

Wird Zeit, dass ich langsam mal so wieder ins Wasser komme…

 

September 2010
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